On the road II

Nachdem wir in Percé noch ein paar der zahlreichen Souvenierläden beglückt haben, machten wir uns erst nach dem Mittag auf den Weg nach Carleton sur Mer. Auf dieser Etappe war nicht viel zu erwarten. Die Reise ging meistens am Wasser entlang und hatte ausser vielen hübschen Häuschen direkt am Meer nicht viel zu bieten. Es ist unglaublich wie viele Türmchen und Erkerchen man an ein Haus anbauen kann. Und dann der viele Platz auf den grossen Grundstücken und der Blick direkt aufs Meer. Zwischendrin stoppten wir nur kurz in einem Supermarkt um Abendessen zu kaufen, denn wir wollten mal wieder im Zimmer essen. Gegen 16 Uhr kamen wir im Hotel an und mussten erstmal feststellen, dass unsere Uhren nicht mehr gleich gingen. Wir waren zwar noch in Québec, aber kurz vor der Grenze nach New Brunswick, wo wir dann die Uhr wieder eine Stunde vor stellen müssen. Obwohl es etwas tröpfelte, wollten Vivien und ich mal versuchen baden zu gehen. Wir mussten vom Hotel nur über die Strasse zum Strand. Wir waren zwar kurz drin, aber das Wasser war doch eher kühl, auf jedenfall deutlich unter 20 Grad. Bei Regen und inzwischen kühler Luft, machte das nicht so viel Spass.


Nach unserem Abendessen unternahmen wir einen Spaziergang am Ufer entlang und fanden noch einen Eisladen, wo wir ein Dessert essen konnten.


Auf dem Weg nach Carleton sur Mer

02. August 2016

Abendstimmung in Carleton sur Mer

Glace essen

Weiter nach Moncton

03. August 2016

Auch der heutige Tag bestand hauptsächlich aus Auto fahren. Immerhin lagen zwei Spaziergänge auf der Strecke. So machten wir uns nach dem Früstück auf die über 300 km lange Strecke. Nachdem wir knapp eine halbe Stunde gefahren waren, verliessen wir nach einer guten Woche Québec und erreichten New Brunswick. Der einzige Bundesstaat Kanadas, der offiziell zweisprachig ist. Endlich wieder Menschen die englisch können. Obwohl man fairerweise sagen muss, dass zumindestens alle Hotel- und Restaurantangestellten in Québec gut Englisch konnten.


Dann ging es sehr lange, sehr langweilig immer mit 100 km/h gradeaus durch Wälder. Nichtmal einen Elch haben wir gesehen, nur viele Warnschilder.  Schön spritsparend, aber ermüdend. Das Wetter war auch nicht so toll, es regnete immer wieder.

Die Brücke nach New Brunswick

Kurz nach Mittag kamen wir dann zu unserem ersten Ziel, dem Kouchibouguac National Park. Hier wollten wir eine kurze Wanderung machen und hofften, dass wir wieder so viel Glück haben würde und Tiere sehen würden. Bevor wir losliefen kamen uns zwei Kanadier entgegen und erzählten uns, dass der Weg nicht schön sei und völlig überwuchert, ausserdem hätte es viele Fliegen und gesehen hätten sie gar nichts. Also planten wir um und fuhren quer durch den Park zu Kellys Boardwalk, gemäss Reisführer ein toller Spaziergang durch die Dünen. Der stellte sich allerdings einfach als ein Zugang zum Strand heraus und für die anderen längeren Wanderungen fehlte uns die Zeit, also fuhren wir weiter in Richtung Bouctouche. An der Küste von New Brunswick sind vor allem Akadier beiheimatet. Das sind Nachfahren französischer Einwanderer aus dem 17. Jahrhundert. Diese Volksgruppe scheint sehr stolz darauf zu sein, denn praktisch jedes Haus hatte entweder die akadische Fahne (eine französische Fahne mit gelbem Stern) oder einfach einen gelben Stern am oder vor dem Haus. Zusätzlich auch noch französische Farben überall.


Unser nächster Stopp war das Irving Eco Center, ein Holzsteg, der mehr als einen Kilometer durch die Dünen führte. Das war ein wirklich schöner Spaziergang und da dort auch ein toller Strand war, nutzte ich die Gelegenheit noch baden zu gehen. Das Wasser war hier überraschend warm (deutlich über 20 Grad).

Irving Eco Center, ein bisschen wie Ostsee

Nachdem wir 5 oder 6 mal den Magnetic Hill gefahren waren (ich wäre gern noch öfter gefahren), machten wir uns auf den Weg in unser Hotel, dem Amsterdam Inn welches gleich nebenan lag. Diesmal ein richtiges Motel, wo wir das Auto direkt vor der Tür praken konnten. Das nutzten wir gleich aus um mal wieder alle Koffer neu zu packen und die Taschen für die nächsten Tage vorzubereiten. Danach ging es ins Swiss Chalet zum Essen. Das klingt toller als es ist. Swiss Chalet ist eine Kette, die wir schon mehrmals an den Highways gesehen hatten. Wir wollten es unbedingt ausprobieren und wurden auch nicht enttäuscht, allerdings hatte das nichts mit der Schweiz zu tun, es gab Wings, Chicken und Ribs.


Morgen geht es früh weiter zu den Hopewell Rocks, dort kann man den weltweit grössten Tidenhub zwischen Ebbe und Flut beobachten. Wir sind gespannt.

Swiss Chalet, mit aufziehendem Gewitter

In Bouctouche gibt es noch ein Museumsdorf, in dem das frühere Leben der Akadier nachgestellt wird. Wir wollten zwar nicht das Museumsdorf besuchen, aber wenigstens die schöne Brücke die zum Dorf führt sehen. So legten wir dort nur einen Fotostopp ein und stärkten uns noch mit einem Kaffe für die letzte Stunde nach Moncton.


In Moncton gibt es einen Magnetic Hill, das hatten wir im Internet gelesen. Hier sollten die Autos im Leerlauf rückwärts einen Berg hoch rollen. Wir dachten "Wer's glaubt". Ich hatte schon das Gefühl, dass das irgendein Fake ist. Aber es war dann tatsächlich so. Wir fuhren zuerst den Berg runter, unten angekommen, stellten wir die Automatik auf N und ich liess die Bremse los. Sofort fuhr das Auto rückwärts den Berg hoch. Im Video sieht man, dass keine Rückfahrleuchten an sind! Faszinierend! Also irgendeine Illusion ist schon dahinter, aber sie ist perfekt, man rollt tatsächlich bergauf.

Näher ran fahren geht nicht